
WIE BAUEN WIR AUF DIE ZUKUNFT ? Genug, wenn nicht gar zu viel, wurde bereits über den Jack Russell Terrier und dessen historische Entwicklung sowie das Werden des heutigen Standards 345 der FCI, in welchem alle erforderlichen Rassemerkmale festgelegt sind, publiziert. All dies beschäftigt sich mit der historischen Aufbereitung längst Geschehenens, doch wo bleibt der Ausblick in die Zukunft, wie wird, wie soll sich unsere geliebte Rasse weiter entwickeln? Nicht ohne Grund begleitet Sie auf jeder Seite der Homepage - rechts oben - ein für mich in höchster Weise symbolträchtiges Bild zweier Hunde ein und derselben Rasse; beide Jack Russell Terrier und doch unterschiedlicher, wie sie verschiedener, konträrer gar nicht sein könnten.
"CUMBRECK TROJAN" - ein perfekt aufgebauter und proportionierter Jack Russell Terrier Zuchtrüde der (alten) klassisch englisch-irischen, häufig tricolor gefärbten glatthaarigen Prägung, aus den schottischen Zuchtlinien "Cumbreck" & "Caldbeck" über wohl bereits ein Jahrhundert in Reinzucht gezogen und schlichtweg das Sinn- und Leitbild dessen, was in unseren kontinentalen Breiten in den letzten zumindest 30 Jahren das Synonym für DEN JACK RUSSELL darstellte. Während uns dieser Anblick, wohl auch weil wir der Reiterei verhaftet sind, traditonell noch sehr gewohnt ist, wird es unter jungen Rasseinteressierten und wohl auch Züchtern eine Mehrzahl geben, denen dieser Rassetypus bereits nahezu unbekannt und gar fremd ist.
--> "LANTAKA BAHIA" andererseits - die nicht minder perfekte Jack Russell Terrier Zuchthündin (rein moderner) australischer Prägung, erste, Anfang des letzten Jahrzehnts in Österreich eingesetzte Zuchthündin mit rein australischen Linien, erste Internationale FCI - Jack Russell Championhündin in Österreich und - ihrem Rufnamen "GAIA" gerecht werdende - Urmutter der australischen Linienzucht in Österreich. Vor knapp 10 Jahren selbst hierzulande als nahezu unbekannt und Exotin prägen Jack Russells ihres Typs heute mehr oder weniger ausschließlich das Zucht- und Ausstellungsgeschehen national wie auch international. Anlässlich der drei letzten Welthundeausstellungen und Europawinner-Ausstellungen waren von den jeweils rund 200 (!) vorgestellten Jackies nicht mehr als 1 % (!) nach dem klassisch englischen Typus, während der nahezu ausschließlich weiß-braune rauhaarige Jackie australischer Prägung die internationalen Ausstellungsringe gleichsam überschwemmt. Was besagt der internationale Rassestandard zu dieser Entwicklung? Haar und Farbe des Jack Russells können glatt-, rauh- oder stichelhaarig in den Farben schwarz und/oder braun in allen Schattierungen bei vorherrschender Grundfarbe Weiß sein. Auch noch anlässlich der im Rahmen der Welthundeausstellung 2008 in Stockholm abgehaltenen JRT - WORLD BREEDING CONFERENCE wurde diese Vielfalt an Farben und Haarqualitäten ausdrücklich und einvernehmlich als anzustrebendes Zuchtziel normiert, die Realität indes schaut wie zuvor dargestellt nichts desto trotz weiterhin völlig anders aus! Viele andere Rassen haben mit dem Moment, wo ihr Standard festgeschrieben wurde und sie "in das Show-Biz" einstiegen, ihr Gepräge in mannigfaltiger, mitunter bereits auf den allerersten Blick nicht guter Hinsicht verändert. Wenn wir als Züchtergemeinschaft nicht gemeinsam und gezielt national wie international uns dieses Umstandes besinnen, geht uns in Kürze genau das verloren, was "unseren Jackie" so besonders liebenswert und signifikant machte: seine Vielfältigkeit! Die Grenzen dazu gibt uns nicht der Rassestandard, der genau diese Vielfältigkeit sogar vorgibt, sondern das internationale Ausstellungsgeschehen und die Züchtergemeinschaft wie auch meine Kollegen in der Formwert- und Zuchtrichterschaft, die ich höflich und herzlich zu einem der Rasse gedeihlichen Umdenkprozess einlade! | ||






